by Toshio Riko

ESA [2]

2175, 5. Juli

BERN, BE-CHE-2-ESA

»Ich habe bedenken, Herr Trujillo. Herr Bennett wird das nicht so einfach akzeptieren, was wir vorhaben.« Linda Hilly sitzt in einem imposant großen und tiefschwarzen Lederstuhl. Vor ihr steht ein noch grenzenlos größerer Schreibtisch, ebenfalls tiefschwarz. Und auf der anderen Seite ein baugleicher Lederstuhl, ebenso tiefschwarz.

Antonio Trujillo hat seine Arme auf dem Tisch abgelegt, die Finger sind verschränkt. Er denkt nach und lässt sich Zeit für seine Antwort. Linda ist es gewöhnt.

»Ich kann Karsyn Bennett gut verstehen«, sagt Antonio schließlich. »Das Opfer ist groß, das Risiko noch höher. Ich werde mit ihm reden. Es wundert mich nicht, dass seine Bedenken immer größer werden, je näher der Tag kommt. Auch ich habe meine Zweifel daran. Aber es muss sein, wir können nicht erlauben, dass Informationen dieser Mission an die Außenwelt dringen. So hart es auch klingt, aber jeder, der nicht aufgenommen wird, darf lebend unser Hauptquartier nicht mehr verlassen. Keine Ausnahme. Die Gefahr eines Aufstandes ist zu hoch.«

»Wie sie meinen. Ich hielt es nur für meine Pflicht, sie über den aktuellsten Stand zu informieren. So kurz vor der letzten Phase können wir es uns nicht erlauben, Herrn Bennett zu verlieren.«

»Absolut. Ich sorge dafür, dass das Bewusstsein, dass alles, was wir hier tun, für ein höheres Wohl gilt, wieder Oberhand in seinen Gedanken übernimmt. Sie dürfen nun gehen.«

Linda nickt mit dem Kopf und erhebt sich. Am Ende des weißen Raumes öffnet sie die große Tür und verschließt sich wieder automatisch.