Bin ich meiner eigenen Psyche zum Opfer gefallen?

by Toshio Riko

Ach ja, am 1. August hätten eigentliche neue Kapitel meines Buches veröffentlicht werden sollen. Doch diesmal musste ich mein eigens gesetztes Ziel verpassen. Die Gesundheit musste diesmal vorgehen. Ich habe Probleme und ich weiß nicht, welcher Natur sie sind.

Also nicht nur, woran ich leider. Sondern auch, ob die Symptome allein durch meinen Kopf gesteuert werden oder ob ich tatsächlich an einer Krankheit leide. Aber es raubt mir jeden letzten Atem, den ich habe und ich bin kaum in der Lage, für kurze Zeit einer Kraftanstrengung auszuhalten, geschweige denn einer Stresssituation.

Es fing schon vor ein paar Wochen an, dass ich bei der Arbeit (um für die Familie Geld zu verdienen, arbeite ich als Fahrer in einer Seniorenresidenz und kümmere mich auch um die Planung und Einsatzzeiten) beim Autofahren plötzlich anfange, schlecht Luft zu bekommen und mir die Brust im oberen, linken Bereich schmerzt und sich wie zusammengezogen fühlt, als würde jemand ordentlich Druck ausüben. Dazu kommen Schwindel, meist aber eher eine Art Tunnelblick und die Angst, Ohnmächtig zu werden.

Erst war es nur kurz und nicht regelmäßig, dann wurde es schlimmer und jetzt habe ich selbige Symptome jeden Tag, oder nach dem Sport. Oder im Bett liegend. Ich habe mich also schleunigst heute zum Arzt begeben und mich überprüfen lassen (auch aus der Angst heraus, allein in ein Auto zu steigen), doch EKG, Blutdruck und der Sauerstoffgehalt waren unauffällig. Nun warte ich also nur noch die Blutwerte ab.

Es gibt mir aber schon etwas Gewissheit und nimmt mir die Last von den Schultern. Und ich fühle mich schlagartig besser (wenngleich ich eine Ibuprofen aufgrund kaum auszuhaltender Kopfschmerzen genommen habe, die ich aber eher auf Nackenschmerzen zurückführe).

Statt aber, dass dies mich beruhigt, mache ich mir nun an anderer Stelle mehr Sorgen: Stimmt vielleicht etwas nicht mit mir? Nicht mit meinem fleischlichen Körper, sondern meinem „Geist“? Ich hatte eine Panikattacke Anfang des Jahres, es gab damals ebenso keine Auffälligkeiten in drei EKGs, meine Werte waren alle in Ordnung. Bilde ich mir das nur ein, dass da etwas in meiner Brust nicht stimmt? Sind das alles kleine Panikattacken, die ich irgendwie aussetze oder mehr?

Muss ich wieder zu einem Psychiater, der mir sowieso nicht zuhört? Bin ich überhaupt noch in der Lage, allein Auto zu fahren? Wird das noch schlimmer?

Ich habe mir Anfang des Jahres eingeredet, solange ich mir meiner Panikattacke bewusst bin, kann nichts passieren. Denn ich weiß: Das ist nicht real, ich muss nur gegen anarbeiten. Und ich werde bestimmt nicht nicht mitbekommen, wie sich mein Geisteszustand schleichend verschlimmert. Und jetzt sitze ich hier und schreibe genau darüber: Dass ich befürchte, es doch nicht mitbekommen zu haben und mich in eine für mich zwar rationale, aber eigentlich völlig unbegründete Befürchtung eines kaputten Herzens reingesteigert habe und befürchte, bald einen Herzinfarkt zu erleiden aufgrund meiner Vorgeschichte. Diese wohl völlig irrationale Angst sterben zu müssen und nicht mehr für meinen Sohn Dasein zu können.

Ja, ich habe mich wohl da reingesteigert. Und mit dem Stress der Arbeit und dem allgemeinen Lasten der Verantwortung, die auf meinen Schultern liegt, wurde es mir vielleicht zu viel.

Das war ein langer Text um „Entschuldigung“ zu sagen dafür, dass gestern keine Kapitel kamen. Also, eine Entschuldigung an mich selbst vor allem.

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