by Toshio Riko

ESA [3]

Hauptquartier der ESA bei Bern

2175, 11. Juli

»Wie lief’s?«, fragt Antonio.

»Du meinst, ob meine Gruppe gut damit umgeht, dass sie wahrscheinlich für uns sterben müssen? Ja. Aber glücklich sind sie nicht gerade. Das zu verarbeiten, dafür brauchen sie noch ein paar Tage«, sagt Karsyn.

»Sie hatten ihre Chance zu gehen.«

Antonio Trujillo und Karsyn stehen vor mehreren, großen Monitoren. Der Raum darüber hinaus ist leer und kühl. Auf den Bildschirmen sieht man eine Reihe aus über einem Dutzend Männer und Frauen stehen.

Ihre Taschen haben sie neben sich abgestellt oder auf dem Rücken. Sie warten. Auf eine Abfahrt.

»Schon ein Gespür, wer bei dir Potential hat?«

»Nein, ich lege mich da jetzt noch nicht fest«, sagt Karsyn. »Aber dieser eine Junge, der an Wills Sordell wie eine Klette anhängt, hat etwas. Wissbegierig und neugierig zugleich.«

»Macht dir das Sorgen?«

»Nein.«

»Gut.«

Karsyn blickt völlig leer auf einen der Monitore. Er starrt die Menschen an. Aber er sieht sie nicht.

»Sie hatten keine Chance«, sagt er leise.

»Wir sind das durchgegangen, Karsyn.« Antonio spricht Karsyn nur selten mit dem Vornamen an. »Es muss so sein, zu unser aller Wohl.

»Ich akzeptiere, aber dem Beiwohnen werde ich nicht.«

Karsyn geht auf die einzige Tür des Raumes zu. Trujillo schnauft durch und schüttelt unbemerkt seinen Kopf.

»Sie wollten gehen, es ist eine Notwendigkeit«, ruft Truijllo ihm hinterher.

An der geöffneten Tür bleibt Karsyn kurz stehen. Senkt den Kopf und verschließt die Augen. Schreie. Schüsse. Fallende Körper. Stille. Karsyn schließt die Tür hinter sich.